Anspannung peitscht Zucker hoch Dass ständiger Stress grundsätzlich gesundheitsgefährdend sein kann, ist bekannt. Neu und bedenkenswert ist das, was der Psychologe Dr. Bernhard Kulzer vom Diabetes-Zentrum in D-Bad Mergentheim festgestellt hat: Heftiger Stress lässt bei Typ-2-Diabetikerinnen und –Diabetikern die Blutzuckerwerte in die Höhe schnellen. Aber auch die Krankheit selbst kann Stress verursachen, denn Angst vor Komplikationen, Überforderung durch die notwendige Therapie und selbstverständlich auch Hypoglykämie – also ein zu niedriger Blutzuckerspiegel- können zur Belastung werden. Der Facharzt rät den Ärzten, ihre Patientenfrage «Wie geht es Ihnen?» sehr genau zu nehmen und abzuklären, ob kritische Lebensereignisse, Ängste oder gar der Beginn einer Depression negativ auf die Stoffwechselsituation einwirken. Oder anders gesagt: Auch der Patient sollte offen sein und über seinen seelisch-gemüthaften Zustand sprechen. Kühlkappe gegen chemotherapiebedingten Haarausfall Haarverlust und Kahlköpfigkeit im Verlauf einer chemotherapeutischen Krebstherapie ist für weibliche und männliche Patienten ein Verlusterlebnis, das zusätzlich belastet – bei jedem Blick in den Spiegel. Mit erstklassigen Perücken oder aparten Turbanen können Frauen zwar den kahlen Kopf verhüllen, dennoch ist der Haarverlust schwer zu ertragen. Relativ neu ist der Einsatz von Kühlkappen, die den Haarausfall verringern oder gar verhüten sollen: Ein Anzahl von mit Gel gefüllten Kühlelementen werden zu einer grossen Kappe verbunden und damit das gesamte Kopfhaar bedeckt. Die Kälteeinwirkung verengt die Blutgefässe, was wiederum bewirkt, dass die chemotherapeutischen Medikamente nicht zu den Haarwurzeln gelangen können. Die Kühlkappe hat aber leider auch grosse Nachteile. Geht es um Medikamente, die länger im Blut aktiv sind, muss diese kalte, schwere Kappe entsprechend lange auf dem Kopf belassen werden. Was noch schlimmer ist: Durch die Kälte wurde zwar das Vordringen der Chemotherapie an die Haarwurzeln verhindert, hingegen können sich im Bereich der Kopfhaut Tumorzellen einnisten. Zum Thema Haarausfall und weiteren Themen zu verschiedenen Krebserkrankungen bei www.sistermanns.de Epilepsie: Immer noch in der Tabu-Zone An der diesjährigen Jahrestagung der Liga gegen Epilepsie konnte auf das positive Ergebnis einer stichprobenartigen Umfrage hingewiesen werden: Die ablehnende Haltung gegenüber den von Epilepsie Betroffenen ist im Vergleich zur letzten Erhebung von vor 12 Jahren rückläufig. Aber auf die gute folgt gleich die schlechte Nachricht: In Deutschland hält jeder zehnte Bundesbürger Epilepsie für eine Geisteskrankheit, und jeder fünfte möchte auf keinen Fall, dass der Sohn oder die Tochter einen epilepsiekranken Partner heiraten würde – diese Einstellung würde man vermutlich ziemlich gleich auch in der Schweiz feststellen können. Immer noch recht weit verbreitet ist die Vorstellung, epilepsiekranke Menschen könnten plötzlich zu Boden stürzen, in krampfartige Zuckungen verfallen, das Bewusstsein verlieren oder unsinnige Handlungen begehen. Dass die Krankheit heute erfolgreich behandelt werden kann und im Übrigen in verschiedensten, von aussen kaum merkbaren Formen auftreten kann, ist viel zu wenig bewusst. Sehr viel Aufklärungsarbeit leistet die Schweizerische Liga gegen die Epilepsie. Unter anderem werden Flyers zu verschiedenen Krankheitsbildern und Situationen abgegeben und Veranstaltungen werben für mehr Verständnis. www.epi.ch
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