Warnung vor Soja-Konsum
Der Titel eines Artikels in «Townsend Letter» (amerikanische Fachzeitschrift für Naturheilkunde), Ausgabe April 2006, lautet: «Das Israelische Gesundheitsministerium erlässt eine Warnung vor Soja».

Kompakt

  • Sojaprodukte jeder Art werden immer mehr konsumiert, sei es als Sojamilch, Sojajoghurt, Sojaglace oder als Fleischersatz ist Tofu besonders bei Vegetariern beliebt.
  • Neueste Forschungen zeigen, dass der Konsum von Sojaprodukten nicht harmlos ist und dass es vor allem für Säuglinge und Kleinkinder problematisch ist, wenn man sie mit zu viel Sojaprodukten ernährt.
  • Es gilt offenbar auch bei Sojaprodukten, was für alles andere gilt: nicht übertreiben mit dem Konsum von Soja-Produkten, sondern sich überlegen ob es nicht besser wäre auf andere Eiweiss- oder Milchprodukte zu greifen, die aus einheimischen Quellen stammen.

Wissenschafter, Ärzte und Ernährungsberater erhielten diese Woche Unterstützung vom Israelischen Gesundheitsministerium, das empfiehlt, Soja-Produkte nur in kleinen Mengen zu sich zu nehmen, insbesondere sollten Säuglinge gar keine Soja-Produkte und Kinder und Erwachsene nur wenig davon essen. Dr. Kaayla T. Daniel, Ph.D., Autorin des Artikels «Alles über Soja-Produkte: Die dunkle Seite von Amerika’s Lieblingsgericht der gesundheitsbewussten Konsumenten» schrieb:

... «Dies ist ein riesiger Schritt vorwärts. Ich hoffe, dass durch die Aktion des Israelischen Gesundheitsministeriums auch andere Regierungen ihre Bürger über die Tatsache informieren, dass es ein Mythos ist, dass Soja-Produkte gesunde Naturprodukte seien und dass es wirklich gewisse Gefahren in sich birgt, wenn man Soja-Produke öfters zu sich nimmt.»

.... «Hunderte von Studien ergeben einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Soja-Produkten und Verdauungsproblemen, Schilddrüsen-Funktionsstörungen, ADHD (Hyperaktivität bei Kindern), Demenz, Störungen der reproduktiven Organe und sogar Krebs. Die Israelische Regierung basierte ihre Empfehlungen auf den Schlussfolgerungen eines 13-köpfigen Komitees, bestehend aus Ernährungswissenschaftern, Krebsspezialisten, Kinderärzten und anderen Spezialisten: ... dass die östrogen-ähnlichen pflanzlichen Hormone in Soja negative Effekte auf den menschlichen Körper und insbesondere auf die reproduktiven Organe haben...»

...: «Diese Empfehlungen entsprechen denjenigen, die Englands Gesundheitsregierung, die Britische Ernährungs-Vereinigung sowie auch das Gesundheitsministerium von Neuseeland herausgegeben haben: ... nämlich insbesondere, dass Soja-Säuglings-Produkte nur in sehr seltenen Fällen verabreicht werden sollten…»

Die Weston A. Price Organisation in Washington (www.westonaprice.org/soy/index.html), eine von Biochemikern geleitete gemeinnützige und Industrie-unabhängige Organisation, die sich ausschliesslich mit Ernährungsfragen beschäftigt, warnt schon seit Jahren auf ihrer Website vor den Gefahren eines zu grossen Soja-Konsums. Die beiden Frauen (Biochemikerin und Ernährungswissenschafterin), die an diesem Institut federführend sind, plädieren übrigens seit vielen Jahren für eine gesunde Vollwertküche – nicht vegetarisch, sondern vollwertig! Sie haben eine grosse Anzahl von internationalen Studien veröffentlicht, die vor Soja-Konsum warnen und dies auch wissenschaftlich belegt. Als ich auf ihrer Website vor Jahren die ersten Warnungen vor Soja las, konnte ich es fast nicht glauben, und wie immer in solchen Fällen beschloss ich zuzuwarten, bis noch weitere Quellen ihre Resultate bestätigen.

Die von der Weston A. Price Foundation herausgegebenen Artikel erklären, dass Soja Produkte, resp. die in ihnen enthaltenen Isoflavone folgende Stoffwechsel-Störungen hervorrufen können:

  • Soja enthält eine Menge Phytinsäure, die die Aufnahme von Calcium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink reduziert. Im Gegensatz zu Getreide kann die Phytinsäure nicht durch Einweichen, Spriessen oder langes Kochen neutralisiert werden.
  • Soja enthält sog. Trypsin-Inhibitors = Hemmer von Trypsin (Trypsin = eiweissspaltendes Vorenzym der Bauchspeicheldrüse) welche die Eiweiss-Verdauung stören und Bauchspeicheldrüsen-Probleme verursachen können.
  • Soja-Phytoöstrogene stören die Drüsenfunktionen und können Unfruchtbarkeit und Brustkrebs verursachen.
  • Soja-Phytoöstrogene stören die Schilddrüsen-Funktionen und können Unterfunktionen und Krebs der Schilddrüsen bewirken.

etc. etc.

Viele Jahre lang haben wir gemeint, Sojaprodukte und Tofu seien gesunde Alternativen zu tierischem Eiweiss. Auch ich habe Soja meinen vegetarischen Kunden bisher immer mit gutem Gewissen empfohlen und nur Einschränkungen bei Säuglingen und Allergikern gemacht, da die allergiefördernde Wirkung von Soja-Eiweiss schon seit langem bekannt ist. Und nun diese vielen Studien, die beweisen, dass Soja für uns Menschen gefährlich werden kann!

Aber was ist denn mit den Asiaten, die vermeintlich so viel Soja zu sich nehmen? Weston Price korrigiert auch diese Meinung: «Der Konsum von Soja in China beträgt durchschnittlich 10 gr oder 2 Teelöffel pro Tag, etwas mehr wird in Japan konsumiert: ca. 50 gr oder 1/4 Tasse pro Tag. Da die Japaner viel Fisch und Algen zu sich nehmen und damit ihre Diät viel Iod enthält, sind die negativen Auswirkungen auf die Schilddrüsen neutralisiert.»

Das höchste Risiko liegt in der Menge der Isoflavone, die konsumiert werden. In Japan beträgt die Menge der Isoflavone ca. 25-28 mg, die über den Konsum von Sojaprodukten gegessen werden, oder weniger als 0,5 mg pro kg Körpergewicht. Babys, die mit Sojamilch gefüttert werden, erhalten eine 4-11x höhere Dosis. Eine kürzliche Studie fand heraus, dass diese Babys eine Menge von Östrogen-Äquivalenten erhalten, die ungefähr 5 Anti-Baby-Pillen pro Tag entspricht!

Fitzpatrick, ein Toxikologe aus Neuseeland, glaubt, dass der Konsum von Sojamilch von Säuglingen dafür verantwortlich ist, dass die Mädchen früher geschlechtsreif werden. In Amerika zeigt 1 % der Mädchen, bevor sie 3-jährig sind, Anzeichen von Brustentwicklung oder Schamhaaren und mit 8 Jahren zeigen 15 % der weissen Mädchen und die Hälfte der afro-amerikanischen Mädchen eine oder beide dieser Charakteristiken. Studien zeigen auch negative Wirkungen von Soja auf die Entwicklung von Knaben, da diese über Soja mit grossen Mengen von weiblichen Hormonen überflutet werden.

Weshalb, so fragt man sich, hat man die Eltern nicht über die eventuellen Gefahren von Sojakonsum informiert? Man meint, dass die Soja-Milch-Industrie sehr mächtig ist und dass sie die Resultate von Studien (die in Amerika immer von der Industrie gesponsert werden) manipulieren.

Die Artikel sind – wie in Amerika üblich – immer in der Möglichkeitsform formuliert, um Prozesse zu vermeiden. Ich persönlich bin überzeugt, dass es wichtig ist, bei der Frage, ob Sojaprodukte ja oder nein, kritisch zu bleiben und vorsichtshalber ihren Konsum niedrig zu halten und vor allem Kleinkinder davon zu verschonen.

Was passiert eigentlich mit dem vielen Soja, mit dem unsere Tiere gefüttert werden? Gelangen die Isoflavone möglicherweise über Milchprodukte und Fleisch in unseren Körper und gibt es eventuell deshalb so viele Männer mit Störungen der Spermienzahl und deren Beweglichkeit und haben vielleicht deshalb so unglaublich viele Männer Ansätze zu grösseren Brüsten, wie ich seit vielen Jahren beobachte?

Fragen über Fragen, und einmal mehr sind wir Konsumenten dazu aufgerufen, selber darüber zu entscheiden, was wir für uns selber als gesund erachten und was nicht.

Ich denke, dass die sicherste Antwort darauf ist: «Bevorzuge beim Essen diejenigen Produkte, die schon seit langer Zeit in deiner Region angepflanzt werden – und geniesse die von weither gereisten mit Mass und selten.» Wahrscheinlich wäre dies auch in Bezug auf Soja-Konsum die angemessene Haltung.

Wie kommt denn der Vegetarier zu genügend Eiweiss? Dieser Frage werde ich in meinem nächsten Artikel nachgehen.

*Quellenangaben und Studien sind alle auf der Website von westonaprice.org ersichtlich.

Margrit Sulzberger
Vitalstofftherapeutin SVRV
Zürich